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Pferdewetten ohne Wettsteuer – welche Anbieter die 5,3 % übernehmen

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5,3 % auf jeden Einsatz – muss das wirklich sein?

Seit dem 1. Juli 2021 beträgt die Wettsteuer in Deutschland 5,3 Prozent des Einsatzes. Nicht des Gewinns – des Einsatzes. Das klingt nach einer kleinen Zahl, aber rechne es auf hundert Wetten hoch, und du siehst, was diese „kleine“ Steuer mit deiner Bilanz macht. Bei einem Jahresumsatz von zehntausend Euro zahlst du 530 Euro Steuern – unabhängig davon, ob du gewinnst oder verlierst.

Die vorherige Steuer lag bei 5 Prozent. Die Erhöhung um 0,3 Prozentpunkte wurde im Rennwett- und Lotteriegesetz beschlossen und traf Sportwetten und Pferdewetten gleichermaßen. Für einen einzelnen Wettschein ist der Unterschied marginal – bei einem Einsatz von fünfzig Euro sind es 15 Cent mehr. Aber über ein Jahr, über hunderte Wetten, summiert sich das. Die Sportwettensteuer brachte dem Fiskus 2022 rund 432 Millionen Euro ein – ein Betrag, der zeigt, wie viel Geld über diese Abgabe im System zirkuliert.

Die spannende Frage für Pferdewetten-Spieler: Muss ich diese 5,3 Prozent überhaupt selbst tragen? Oder gibt es Anbieter, die die Steuer für mich übernehmen?

Drei Modelle der Steuerhandhabung bei Pferdewetten

So simpel die Steuer klingt, so unterschiedlich handhaben die Anbieter sie. Im Markt haben sich drei Modelle etabliert, die völlig verschiedene Auswirkungen auf deinen Nettoeinsatz und deinen Nettogewinn haben.

Modell eins – Steuer auf den Einsatz: Der Anbieter zieht die 5,3 Prozent direkt von deinem Einsatz ab. Du setzt fünfzig Euro, aber nur 47,35 Euro fließen tatsächlich in die Wette. Deine effektive Quote sinkt, weil der Einsatz, auf dem der Gewinn berechnet wird, um 5,3 Prozent reduziert ist. Bei einer Quote von 4,00 bedeutet das: statt 200 Euro Bruttorückzahlung bekommst du 189,40 Euro. Dieses Modell ist transparent, aber es reduziert jede deiner Wetten um exakt 5,3 Prozent – egal ob du gewinnst oder verlierst.

Modell zwei – Steuer auf den Gewinn: Die 5,3 Prozent werden nicht vom Einsatz, sondern vom Nettogewinn abgezogen. Das heißt: Bei einer verlorenen Wette zahlst du nichts. Nur wenn du gewinnst, greift die Steuer. Bei fünfzig Euro Einsatz und Quote 4,00 liegt dein Nettogewinn bei 150 Euro, davon 5,3 Prozent = 7,95 Euro Steuer. Du bekommst 192,05 Euro ausgezahlt. Dieses Modell ist für Wetter psychologisch angenehmer, weil die Steuer nur im Erfolgsfall anfällt. Mathematisch ist es für Vielspieler mit einer Gewinnquote unter 50 Prozent – und das betrifft die große Mehrheit – ebenfalls günstiger.

Modell drei – Steuerübernahme durch den Anbieter: Der Anbieter trägt die 5,3 Prozent selbst und belastet den Wetter nicht. Dein Einsatz fließt vollständig in die Wette, dein Gewinn wird nicht reduziert. Das ist das attraktivste Modell für den Spieler – aber der Anbieter muss die Steuer aus seiner Marge finanzieren. Das bedeutet in der Praxis oft: Die Quoten sind minimal niedriger als bei Anbietern, die die Steuer weiterreichen. Der Vorteil ist also nicht so groß, wie er auf dem Papier aussieht. Trotzdem: Für Vielwetter mit engem Bankroll-Management kann auch ein kleiner Margenvorteil über zwölf Monate einen spürbaren Unterschied machen.

Rechenbeispiel: Steuer auf Einsatz vs. auf Gewinn

Zahlen verdeutlichen den Unterschied besser als Beschreibungen. Nehmen wir einen Wetter, der über einen Monat hundert Wetten platziert, jeweils zwanzig Euro Einsatz, durchschnittliche Quote 3,50, und der 30 Prozent seiner Wetten gewinnt.

Gesamteinsatz: 2.000 Euro. Bei Modell eins (Steuer auf Einsatz) werden 5,3 Prozent von jedem Einsatz abgezogen – das sind 106 Euro Steuer im Monat, unabhängig vom Ergebnis. Von hundert Wetten gewinnt er dreißig. Seine Bruttoauszahlung: 30 mal 20 Euro mal 3,50 = 2.100 Euro. Abzüglich des Gesamteinsatzes von 2.000 Euro und der Steuer von 106 Euro bleibt ein Nettoverlust von 6 Euro.

Bei Modell zwei (Steuer auf Gewinn) zahlt er nur auf die dreißig gewonnenen Wetten Steuer. Nettogewinn pro gewonnener Wette: 20 mal 3,50 minus 20 = 50 Euro. Steuer pro Gewinnwette: 50 mal 0,053 = 2,65 Euro. Gesamtsteuer: 30 mal 2,65 = 79,50 Euro. Nettobilanz: 2.100 minus 2.000 minus 79,50 = plus 20,50 Euro. Derselbe Wetter steht mit Modell zwei 26,50 Euro besser da als mit Modell eins.

Bei Modell drei – Steuerübernahme – zahlt der Wetter keine Steuer. Nettobilanz: 2.100 minus 2.000 = plus 100 Euro. Allerdings: Wenn der Anbieter die Steuer über leicht niedrigere Quoten kompensiert – sagen wir 3,40 statt 3,50 –, schrumpft der Vorteil auf 2.040 minus 2.000 = 40 Euro. Immer noch besser, aber der Unterschied zu Modell zwei ist kleiner als erwartet. Die Moral dieser Rechnung: Steuerübernahme klingt immer gut, aber ohne den Quotenvergleich weißt du nicht, ob du tatsächlich profitierst oder nur eine andere Form der Kostenverteilung akzeptierst.

Anbieter mit Wettsteuer-Übernahme – aktueller Stand

Die Anzahl der Anbieter, die die Wettsteuer vollständig übernehmen, ist in den letzten Jahren gesunken. Das hat einen einfachen Grund: Die GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder)-Regulierung und die damit verbundenen Kosten für Lizenzierung, LUGAS (Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem)-Anbindung und Spielerschutz-Systeme haben die Margen der Anbieter unter Druck gesetzt. Die Steuerübernahme als Wettbewerbsvorteil wird teurer. Was noch vor drei Jahren als Standard-Marketinginstrument galt, ist heute ein Luxus, den sich weniger Unternehmen leisten wollen – oder können.

Die Deutschen verwetteten 2023 insgesamt 7,7 Milliarden Euro. In diesem Volumen tragen die meisten Anbieter die Steuer an den Kunden weiter – entweder über Einsatz- oder Gewinnabzug. Vollständige Steuerübernahme bieten noch einige wenige, meist als zeitlich begrenztes Angebot oder an bestimmte Wettarten geknüpft. Prüfe die aktuellen Bedingungen direkt beim Anbieter, denn die Steuermodelle können sich kurzfristig ändern.

Steuerfreies Wetten als langfristiger Faktor

Die Wettsteuer ist ein fester Kostenfaktor, der deine langfristige Rendite beeinflusst. Ob du die Steuer über einen Anbieter mit Steuerübernahme umgehst oder ob du sie als Kosten in deine Kalkulation einbaust – in beiden Fällen musst du sie berücksichtigen.

Mein Ansatz: Ich kalkuliere die Wettsteuer in jede meiner Value-Berechnungen ein. Wenn eine Quote nur dann Value hat, wenn die Steuer entfällt, ist es kein echtes Value – es ist eine Wette, die auf einem externen Rabatt basiert. Solide Wettstrategien funktionieren unabhängig vom Steuermodell. Die Steuerübernahme ist ein netter Bonus, kein strategisches Fundament. Wer seine Anbieterauswahl nur am Steuermodell festmacht, übersieht die wichtigeren Kriterien – Quoten, Rennprogramm, Auszahlungsgeschwindigkeit.

Ist die Wettsteuer bei Pferdewetten höher als bei anderen Sportwetten?
Nein. Die Wettsteuer von 5,3 Prozent gilt einheitlich für alle Sportwetten in Deutschland, einschließlich Pferdewetten. Es gibt keinen separaten Steuersatz für Pferderennen. Die Steuer basiert auf dem Rennwett- und Lotteriegesetz in der Fassung von 2021.
Übernimmt pferdewetten.de die Wettsteuer?
Die Handhabung der Wettsteuer kann sich jederzeit ändern. Prüfe die aktuellen Konditionen direkt auf der Webseite des Anbieters – dort ist das geltende Steuermodell in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder den Wettregeln hinterlegt.